Bombenstimmung beim Übungsdienst

Am 26. 06. 2010 hatte die FF Urban die Gelegenheit den Sprengplatz Grunewald zu besuchen. Das im Jagen 65 gelegene 200 m x 200 m große Areal wird etwa seit 1950 von der Polizei als Lagerstätte und Vernichtungsanlage für Sprengkörper und Munition genutzt.
Durch den Polizeifeuerwerker Engin Laumer von der dem Landeskriminalamt angegliederten Kriminaltechnik (LKA KT) wurden die Kameraden durch die Anlage geführt.
Zunächst konnten die Fundstücke des vergangenen Monats besichtigt werden. Neben Munition aller Kaliber werden auch immer wieder Waffen, Panzerfäuste und Handgranaten aufgefunden.
Diese Fundstücke treten oft bei Bauarbeiten zutage und sind in vielen Fällen in einem erstaunlich guten Zustand. Wie Herr Laumer erklärte, liegt dies an den Konservierungseigenschaften des Berliner Bodens. Dieser schützt die Munition vor dem Sauerstoff der Luft und verhindert den Verrottungsprozess. Somit verlieren die Reste der beiden Weltkriege nicht an Brisanz, die in einem speziellen Verfahren unschädlich gemacht werden. Allerdings werden nicht nur Hinterlassenschaften aus den Weltkriegen gefunden. Auch Kanonenkugeln aus sehr viel früheren Konflikten sind unter den Fundstücken zu finden, gelegentlich aber auch Erkennungsmarken und menschliche Überreste von gefallenen Soldaten. Im zweiten Teil zeigte Herr Laumer den Aufbau von Sprengkörpern und Beispiele für Sprengstoffe von Nitrozellulose über Schwarzpulver bis zu TNT. Hierbei erklärte er auch die Vorgehensweise bei der Entschärfung von Fliegerbomben, die noch in hoher Anzahl, auch 65 Jahre nach dem Ende der Kämpfe, im Boden vermutet werden. Aber nicht nur Kriegsmunition führt die Feuerwerker zu durchschnittlich drei Einsätzen täglich. Immer wieder haben es Laumer und seine Kollegen mit Bastlern und Waffennarren zu tun. Besonders rund um Sylvester wird gern chemisches Halbwissen für den Selbstbau von Böllern und Rohrbomben angewendet. Dass derartige Bastelarbeiten nicht immer gut ausgehen, versteht sich von selbst. Gelegentlich kommt es aber auch zu Dachbodenfunden. Waffen und Sprengmittel von Kriegsveteranen sorgsam verpackt und gehütet, werden bei Wohnungsauflösungen von Angehörigen gefunden und dann den Polizeifeuerwerkern übergeben.
Zum Abschluss erhielt die Wehr anhand praktischer Beispiele einen Eindruck von der Wirkungsweise verschiedener Explosivstoffe. Beeindruckend war beispielsweise die Zündung von einem Kilogramm TNT. Die Stärke der Druckwelle hinterließ einen bleibenden Eindruck.
Nach rund 2,5 Stunden ging ein gelungener Übungsdienst zu Ende. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Engin Laumer und seinen Kollegen für den spannenden und lehrreichen Vortrag. Die FF Urban wünscht den Polizeifeuerwerkern stets ein glückliches Händchen für ihre gefährliche Arbeit und eine gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen.

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